Review – Bayer AG, Crop Science / Plant Protection, Dormagen
Nach mehr als 41 Jahren Beschäftigung bei Bayer in Dormagen fühle ich mich veranlasst, meine Erfahrungen zu teilen.
Es gab sicherlich auch gute Jahre, und ich bestreite nicht, dass es positive Phasen gegeben hat. In den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich jedoch nach meiner persönlichen Erfahrung das allgemeine Arbeitsklima deutlich verschlechtert.
Die Führungskultur hat sich zunehmend in Richtung Druck, mangelnder Empathie und eines problematischen Umgangs mit Mitarbeitenden entwickelt – insbesondere gegenüber Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen. Statt Unterstützung, Verständnis oder konstruktiven Lösungen sehen sich betroffene Mitarbeitende häufig subtilen Drucksituationen, mangelnder Wertschätzung oder Verhaltensweisen ausgesetzt, die durchaus als Mobbing wahrgenommen werden können.
Aus meiner Sicht wird problematisches Verhalten von Vorgesetzten nur selten angesprochen oder korrigiert. Dadurch entsteht ein Umfeld, in dem sich solche Verhaltensweisen mit der Zeit normalisieren. Für Beschäftigte mit gesundheitlichen Problemen wird es unter solchen Bedingungen extrem schwierig – wenn nicht sogar unerträglich – weiterhin unter diesen Umständen zu arbeiten.
Nach Jahrzehnten des Engagements ist diese Entwicklung für mich persönlich sehr enttäuschend. In seiner heutigen Form entspricht die Arbeitsplatzkultur aus meiner Sicht nicht mehr den Werten, die man von einem globalen Unternehmen dieser Größe und Reputation erwarten würde.
Diese Bewertung spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wider.
Aus meiner persönlichen Perspektive wurden fachliche Kompetenz und langjährige Erfahrung zunehmend weniger geschätzt. Anstatt qualifizierte Mitarbeitende anzuerkennen und weiterzuentwickeln, schien Sichtbarkeit und Nähe zur Führungsebene oft wichtiger zu sein als tatsächliche Leistung oder fachliche Kompetenz.
Dadurch entstand ein Arbeitsumfeld, in dem Kontrolle, Anpassung und persönliche Positionierung belohnt wurden, während echte fachliche Beiträge und Verantwortungsübernahme nur wenig Anerkennung fanden.
Nach meinen eigenen Erfahrungen gab es zudem schwerwiegende Vorfälle mit Kollegen, die niemals offen aufgearbeitet wurden. Das Fehlen von Transparenz oder klarer Verantwortungsübernahme hinterließ den Eindruck, dass solche Situationen eher stillschweigend übergangen wurden, anstatt sie ernsthaft zu behandeln.
Wenn ich selbst in einer Position der oberen Führungsebene wäre, würde ich ein solches Verhalten gegenüber Mitarbeitenden als völlig inakzeptabel ansehen. Führungskräfte, die Mitarbeitende auf diese Weise behandeln, hätten aus meiner Sicht keinen Platz in ihren Positionen und müssten mit einer sofortigen Kündigung rechnen.


